Löschfrequenzumschaltung bei 22RL673 Radiorecorder

Herzlichen Dank an Herrn Franz Harder, der die Beiträge von mir in der Funkschau 9 und 14/1967 mit dem Modell s.o. gefunden und verlinkt hat. Ich möchte gerne einige Interna während des Entwicklungsablaufes  ergänzen, aber da ohne technischen Inhalt, nicht für das RMorg geeignet sind. Deshalb hier wie folgt:

Der Löschoszillator eines Tonbandgerätes der mit ca. 45 kHz schwingt, stört den LW und MW Empfang außerordentlich stark. Es waren also Massnahmen nötig dieses Problem zu lösen.
Mein Chef wollte eine Anti-AFC Schaltung. Aber bei so tiefen Löschfrequenzen im Vergleich zu UKW habe ich das nicht geschafft. Aber die Löschfrequenzumschaltung, einer Wechselspannung, mit einem Transistor war keine Erfindung sondern eine Entdeckung, dass das so geht. Mein Chef ist gleich darauf umgestiegen und wir haben die Ungleichungen gelöst, damit der Frequenzsprung für niedrige Oberwellen groß genug ist, aber für höher liegende Oberwellen nicht zu groß wird. Sonst kommt man von einem Pfeifton genau in den Nächsten hinein. War alles sehr interessant. Der Löschoszillator selbst hat schönen Sinus, aber es wird ja das Material des Löschkopfes bis in die Sättigung getrieben.
Damals war ich ja erst wenige Jahre Radioentwickler und das mit dem FlipFlop war auf meine digitalen Interessen zurückzuführen. Damals 1967 hatte ich noch viel Zeit für „Training on the job“ sagt man heute.
Habe bei jedem Printentwurf für ein Gerät meist einen „Lernprint digital“ hinzugefügt. Muss ein Foto schicken. Habe einige 10er Teiler damit aufgebaut und auch ein Digitalvoltmeter entwickelt und zum Patent angemeldet. Diensterfindungen sind aber nicht lukrativ, sondern nur ehrenvoll. Die DTL und TTL IC’s waren erst am Anfang. Habe noch etliche z.B. FCJ191 ein Doppel-FF.
Ich hab ja die HTL Elektrotechnik absolviert, aber nie diesen Zweig beruflich verfolgt, sondern bin fast sofort in der  Unterhaltungselektronik tätig geworden. Zum Glück für mein weiteres Berufsleben.
Ach ich könnte viel erzählen. Ich habe ja zu meinen Geräten einige Beiträge gebracht und auch Emails bekommen, dass dies interessant wäre, aber wie mir mitgeteilt wurde, leider für RMorg untauglich wegen der hohen Anforderungen im RMorg. Also lasse ich es und nehme meinen Blog dafür. Die Entwicklungsingenieure in Europa werden aber bald aussterben. Einer meiner BESTEN ind der VCR Entwicklung sagte mir: „Eigentlich ist durch die hohe Integration die Aufgabe in der Entwicklung auf ein verkopplungsfreies Printlayout reduziert“. Ein Gag: 1 kg VCR kostete etwa 70 Euro umgerechnet im Geschäft. Jetzt ist es fast teurer, da die Geräte so leicht geworden sind. Anfangs hatten die VCR’S mehr als 20 kG Masse.