Leben und Unordnung


Normalerweise, sicher auch ihre Erfahrung, lieber Leser, entsteht Unordnung von selbst. Sie wird immer größer.
Ordnung entsteht nicht von selbst. Es ist immer eine Aktion vonnöten.
Ein Beispiel: Schütteln sie eine Anzahl von Münzen in ihren Händen, so werden sich diese von selbst doch halbwegs geordnet aneinander legen.
Ein weiteres Beispiel sind Diamanten oder auch ein Quarzkristall, der ist häufiger in seinem Naturzustand zu sehen. Er schaut auf der ganzen Welt gleich aus.
Oder ein Zimmer zusammenräumen. Soll ja öfters in Unordnung kommen können. Stichwort Messie.

Ein deutliches Beispiel für Ordnung und Unordnung:
Ein Mensch besteht so um die 70 kG Wasser, einige Kilogramm Kalzium und Kohlenstoff, der Rest entsprechend wenig wie Eisen, Kupfer, Phosphor, Schwefel, etc. und etliche Spurenelemente. Um einen Menschen daraus zu formen muss wohl sehr viel geordnet werden um sowohl die Elemente zu kombinieren um z.B. Eiweisse als auch komplexe Substanzen wie die DNA aufzubauen und die Baupläne in die DNA zu kodieren. Wer die Kodierung lesen kann, jede Zelle nämlich, muss entweder super intelligent sein, oder es läuft zwanghaft nach bestimmten, vorausgeplant durch evolutionär mögliche Ordungsprinzipien ab.

Was ist die Voraussetzung und die Kraft die Ordnung entstehen lässt?

1. Es muss sich etwas ordnen lassen
Wasser und Gase lassen sich nicht in ihrer Form verändern, sie bleiben wie sie sind.
Gefrorenes Wasser ordnet sich von selbst: Wie schön sind Schneekristalle.
Quarz, Diamant, Salz, Katzengold = Pyrit, oder sonst alles ordnen sich unter Einfluss einer Kraft. Ein schönes Bild:http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrit

Materie muss also Eigenschaften besitzen um sich ordnen zu lassen. Stellen sie sich LEGO ohne Noppen vor. Alles was sie bauen würde immer wieder zerfallen.

2. Sie müssen etwas bewegen und dabei Kraft aufwenden.
Das ist die Definition von Energie. Damit sich beispielsweise ein Kristall bildet muss eine Kraft Wasserteile bewegen, damit sich der Schneekristall bildet. Beim Lego müssen sie die Noppen einige Millimeter in die Löcher hinendrücken. Es ist immer Kraft und Bewegung nötig. Kraft allein ist keine Energie, auch wenn das manche glauben. Kraftarten gibt es in der Natur viele.

Gravitation, Druck wie z.B. Muskelkraft=mechanische Kraft, elektromagnetische Kräfte und eine Anzahl von (Atom)Kernkräften, sowie den noch unentdeckten Kräften. Googeln sie „entropische Kräfte“.
Sie alle sind zur Bildung von Ordnung geeignet, wenn sich etwas ordnen lässt.

Bleiben wir noch etwas bei der Materie. Sie besteht aus Atomen. Auch Zusammenballungen von Atomen, genannt Moleküle sind nur ein Spezialfall von Atomen. Denken sie nur an die DNA, als Beispiel wie komplex die Ordnung sein kann. Die DNA ist ja für die Weitergabe von Leben geeignet.
Die DNA allein ist natürlich leblos! Die Teilung und Verdoppelung der DNA selbst ist ein Vorgang der durch Kräfte passiert. Wo Leben eigentlich beginnt soll hier nicht das Hauptthema sein.

Atome selbst wiederum bestehen aus nur DREI Basisbausteinen, die durch die schon erwähnten Kernkräfte zusammengehalten werden. Alle Materie ist nur aus Elektronen, Protonen und Neutronen aufgebaut. Wahrlich eine große Kunst aus diesen Basisbauteilen 92 natürliche Elemente so aufzubauen, dass sie ganz verschiedene Eigenschaften haben können. Selbstverständlich muss beim Urknall, wo es ja, state of the art, nur eine Art von Materie oder Energie gab, das alles schon voraus geplant gewesen sein.

Kein Mensch weiss wie die Natur das geschafft hat. Für micht steht Gott dahinter. Für Atheisten ein unglaublicher blinder, sinnloser Zufall; na ja, das soll einer glauben können.
Damit nicht gleich eine Diskussion ausbricht: Atheisten können nicht erklären woher der Kosmos kommt. Theisten können nicht erklären woher Gott kommt. Sonst ist kein Unterschied vorhanden.
Ich lebe lieber in einer Welt in der Sinn dahintersteckt. Atheisten müssen ja dem Sinnlosen selbst einen sinnlosen Sinn geben.

Leben jedenfalls benötigt Energie und holt sich diese aus der Umwelt und vergrößert dort die Unordnung, damit Lebendes, eine sehr komplexe Anordnung, existieren kann.
Wann allerdings Leben sich selbst bewußt wird und noch dazu den freien Willen hat, weiss ich noch nicht. Die Aussage der Religionen dazu ist mir zu wenig. De Mensch ist, evolutionär, einfach neugierig angelegt. Dahinter stecken sicher wieder Ordnungsregeln, die wir suchen.
Der Mensch, als Lebewesen betrachtet, macht davon ausgiebigen Gebrauch und hinterlässt eine riesige Unordnung. Das Bibelwort, macht euch die Erde untertan, wird wohl nicht richtig verstanden.

Wären sich selbst reproduzierende Maschinen, vulgo Roboter Lebewesen? Vielleicht, den freien Willen vorausgesetzt, der IMHO auf Quanteneffekten beruht, aber da muss ich noch nachdenken.

Es ist ein großes, Jahrtausende dauerndes Projekt das alles zu ergründen. Wenn nicht vorher, Nestroy, der Komet kommt.

P.S.: Es gibt ja Leute, die den freien Willen leugnen. Ein Witz dazu:
Fragt der Ober:“ Was wünschen der Herr“? Mein Hirn hat’s mir noch nicht gesagt!