Offenbar falsche Materialwahl und nicht Obsoleszenz

Mein Freund versorgt mich mit Schrott um daraus elektronische Bauteile zu gewinnen.P1030134
Unter anderem auch zwei Autoradios eines namhaften jap. Herstellers von Weltruf aus denen ich die Zwischenfrequenzfilter mit 450 kHz gewann, die ich für ein Hofer Weltradio brauchte, da die Originalbestückung, weil billig, sehr schlechte Selektionswerte hatte. Einen starken KW-Sender konnte man über +- 20 kHz hören.
Nach Umbau war sogar der Nachbarkanal noch hörbar.
Erst hatte ich nur ein 460 kHz Filter zur Verfügung, sodass im KW-Bereich die Frequenzanzeige 10 kHz falsch war und im MW Bereich mit 9 kHz Kanalraster waren nur wenige Sender richtig zu empfangen.
450 kHz Filter sind in Europa selten zu haben.
Nun gut, alle 2 Hofer Weltempfänger sind nun tadellos zu gebrauchen.

Natürlich habe ich nachgeforscht warum diese Radios im Müll landeten.
Bei beiden Radios hatten Zahnräder für den Kassetteneinzug einige Zähne verloren.

P1030126 Das Schneckenrad liegt daneben
P1030127
So ein Zahnrad kostet höchstens 1 Eurocent und schon hat man mehr als 100 Euro verloren. 1:10000 ist das Verhältnis.

Falsche Materialwahl kommt nicht so selten vor. Ich bin überzeugt, dass dies keine beabsichtigte Obsoleszenz ist. Der Konstrukteur hat so einem billigen Teil zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet.
Bei der Versorgung von CPU’S für Computer kenne ich einige Firmen, wo es ähnlich zuging. Geplatzte Elcos sind die Folge und daraus resultierend Ausfall des gesamten Produktes. Aber hier könnte Obsoleszenz mitgespielt haben.

Bei den Autoradios ist die Elektronik übrigens ausgezeichnet produktionsgerecht entwickelt. Teile haben Auffangflächen für das Zinn, wenn die Printplatte die Lötwelle verlässt. Bei SMD Bauteilen, wo das nicht möglich war, sieht man an der ablaufenden Bauteilseite, im Bild rechts, zu viel Zinn, was nicht „state of the art“ ist.
Ebenfalls fällt auf, dass 2 Löstellen offenbar repariert wurden, da auch auf der linken Seite zu viel Zinn vorhanden ist.
P1030130 P1030131 Wir haben das Zinndiebe genannt. im unteren Bild sind die Zinndiebe deutlicher zu sehen.

P1030135
Beide Radios waren autoreverse Geräte, wie das Bild der Tonköpfe zeigt, also nicht billig. Übrigens sind die mitintegrierten Bandführungen zu sehen. Dies zeigt u.a. den hohen Stand der Philosophie für die Rationalisierung in der Fertigung.

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