Elektronik von 200 GB SATA Festplatte

Fallweise zerlege ich solche HDD’s, da 2 sehr starke Magnete des Lesekopfmotors darin zu finden sind. Dieses Mal möchte ich die Produktionstechnologie der Printplatte ein wenig beleuchten.

Die Printplatte selbst ist etwa 80 cm² groß in mehrlagiger Technologie, wobei nur eine Seite SMD- Bauteile trägt, die im Reflowverfahren gelötet wurden. Reflow heißt, dass Zinnpaste mittels Siebdruck aufgebracht wird, in die dann die Bauteile plaziert werden und in einem Durchlaufofen mit bestimmtem Zeit/Temperaturprofil gelötet werden.

Das erste Foto zeigt die gegen Staub und Vibration mit Schaum abgedeckte Elektronik.

Nur die 4 vergoldeten Motoranschlüsse und die galvanisch verzinnten Kontakte der lese/Schreibköpfe sind zugänglich. Wir haben bei V2000 Videorecordern teilweise auch im Lötbad verzinnte Kontaktflächen verwendet, die sehr empfindlich auf „fretting corrosion“ sind, wenn sie bewegt werden, wenn auch nur mikroskopisch. Gelöst wurde das Problem mit Kontaktfett, was die Kontaktstelle gasdicht machte. Hier ist das nicht der Fall, aber es ist auch keine Bewegung nach der Montage zu erwarten. Bei den Motoranschlüssen tritt dies durch die Verwendung von Gold nicht auf. Die Abdeckung weggeklappt. Leider werde ich nur den 25 MHz Oszillator und einige Tantalkondensatoren verwenden können.Hier im Bild ist, nach Inspektion aller Bauteile, ein Prozessfehler erkennbar. Bei dem Bauteil „SK2“ ist eine kleine Zinnkugel zu erkennen. Wenn die sich löst kann ev. ein Fehler der Festplatte auftreten. In der Raketen und Satellitentechnik wäre das ein grober Fehler. Ansonst sind ausnahmslos alle Lötstellen sehr gut gelötet, incl. der IC-Anschlüsse, zu sehen  am oberen Bildrand. Es existieren natürlich Fehlerkataloge für noch akzeptable Prozeßabweichungen, je nach Produkt verschieden.Im Bild die Kontaktflächen, die aus Preisgründen nicht vergoldet sind, aber durch die starre Verbindung offenbar ausreichend sicheren Kontakt gewährleisten. Man sieht die nadelfeinen Abmarkierungen des Gegenstückes, das ins Innere der Festplatte führt und die Lese/Schreibelektronik bedient.

Der Lese/Schreib – IC, der direkt auf der braunen Folie aufgelötet und der Rand verklebt ist. Früher wurde noch ein klassisch verpackter IC an dieser Stelle verwendet. Weiters zu sehen die 4 fach Leitungen zu 5 Köpfen. Sie sehen es könnte noch ein sechster Kopf bedient werden. Diese Festplatte hatte 3 Scheiben, wobei eine davon nur einseitig verwendet wurde.

Ein kurzer Einblick. Es ist direkt schade einen so schönen Teil wegzuwerfen.