Finanzmarkt


Finanzmarkt, ein Pyramidenspiel?

Lange Zeit war Geld nicht unbegrenzt verfügbar, da es z.B. aus edlen Metallen bestand, die eben erst gewonnen werden mussten. Das war harte ARBEIT.
Heute hat Geld selbst keinen Wert, da es nur aus Papier besteht und in beliebiger Menge gedruckt werden kann, ohne ARBEIT. Seinen Wert erhält es nur durch das Versprechen dafür zu sorgen, dass man dafür einen realen Gegenwert kaufen kann. Die Golddeckung ist ja Historie.
Es ist also eine praktische Sache und man braucht das Geld nicht einmal mehr körperlich zu haben. Geld wird z.B. im Euroraum von der EZB ausgegeben und verwaltet.

Wie komme ich nun zur Ansicht, dass es sich um ein Pyramidenspiel handeln könnte?

Dazu vorerst ein Gedankenexperiment wie folgt. Der bisher übliche Tauschhandel wird auf Papiergeld umgestellt. Jeder Einwohner, in Summe 300 Millionen, eines Wirtschaftsraumes erhält die gleiche Menge Geld von der, einfacherweise EZB genannten Institution und zwar 10000.- Euro.

Es sind also 3000 Milliarden Euro im Umlauf oder 3 e12 Euro = 3000 e9 zur besseren Überschaubarkeit.

Jetzt lassen wir das System einige Jahre in Ruhe und schauen nach, wie sich das Geld verteilt hat. Das läßt sich am besten mit der Lorenzkurve bzw. dem Gini-Koeffizienten darstellen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Ungleichheit

Auf der einzigen Bank liege Gespartes im Ausmaß von 10% = 300 e9 Euro
Auch sonst hat sich die Verteilung stark differenziert.
Manche haben Schulden, andere Tüchtige haben viel gespart und haben auch eine hohe Umlaufgeschwindigkeit ihres Geldhaushaltes.

Bisher gab es noch keine Zinsen, die Summe des ausgegebenen Geldes ist immer noch die ursprüngliche Menge.

Die einzige Bank gibt nun Kredite aus um
1. Für sich selbst mehr Geld aus den Einlagen zu machen.
2. Den Kreditbedarf der Wirtschaft zu decken. Manche Kreditnehmer haben so stark gefragte Produkte und denken an mehr Profit. Das ist, wenn sie so wollen, die „unsichtbere Hand des Marktes“, das sogenannte „selbstregulierende System von Angebot und Nachfrage“. Wer erfolgreich ist wird stärker, wer versagt der geht unter. „Den bestraft das Leben“ wie Gorbatschov formulierte. Die USA sind stolz auf dieses System in dem jeder gleiche Chancen hat. Wir in Europa haben lieber die „soziale Marktwirtschaft“, wo Gescheiterte nicht unter der Brücke schlafen müssen.
Die ehemalige Planwirtschaft hat offenbar einen schlechten Plan gehabt und ist Vergangenheit. Sie entspricht auch nicht dem „Recht des Stärkeren“, das uns die Natur vorzeigt.

Aud Grund der Tatsache, dass die Bank Kredite normalerweise nur an den vergibt, der die nötigen Sicherheiten bietet, ergibt sich die Tatsache, dass die Bank mehr an Geld als Kredit vergibt, als sie an Einlagen hat. Mit der Ausfallwahrscheinlichkeit von sagen wir 5% kann sie also die 20-fache Geldmenge als Kredit vergeben.

Wo nimmt sie das Geld her? Nichts einfacher als das.
Sie schöpft Geld. Was ist das?
Die Bank schreibt einen Zettel (Brief) an die EZB: Ich habe 300 e9 Einlagen, bitte borge mir 20 x 300e9 Euro. Ich gebe sie dir zurück nach der Kreditlaufzeit.
Die EZB macht dies gerne und nun sind zusätzliche 6000 e9 Euro im Umlauf, sagt aber dazu dass sie, weil man die Wirtschaft ankurbeln will, keine Zinsen dafür verlangt.
aktuell USA und lange schon Japan, EU fast Null.

Die Geldmenge im Markt ist nun 9000 e9 Euro.
Die Bank im Gegensatz zur EZB verlangt nun aber Zinsen, sagen wir 6,5% für eine Kreditlaufzeit von 20 Jahren (Bausparkreditkonditionen also, nur als Beispiel um das System transparenter darzustellen), oder beim Wucherer 100% auf 1 Jahr (gewählte Parameter für einfachen Überblick).

Beiden Fällen ist nun gemeinsam, dass nach der Kreditlaufzeit, das Kapital an die Bank zurückgezahlt ist, ebenso inclusive der Zinsen, die bei den gewählten Konditionen s.o.,
in Summe die gleiche Geldmenge wie die Summe der ursprünglichen Kredite ausmachen.

Das an die Bank zurückgezahlte Kapital gibt diese weiter an die EZB und erfüllt damit ihre eingegangene Verpflichtung.
Die zurückgegebene Geldmenge ist damit nicht mehr im Markt wirksam und die EZB zerreisst den ürsprünglichen Zettel der Bank.

Die Summe der Zinsen verbleibt bei der Bank, in Summe 6000 e9 Euro.

Wo kommt dieses Geld her. Es waren ja ursprünglich nur 3000 e9 im Markt.
Dann Kredite im Ausmaß von 6000 e9, die aber zurückgezahlt wurden und nun die Zinsensumme von 6000 e9.

Die Summe der Zinsen macht also mehr aus, als die 3000 e9 im Markt.
Nun, um die Zinsen zurückzahlen zu können, muss man arbeiten und bekommt Geld dafür, das sich jene, die den Lohn zahlen, wiederum bei der Bank ausborgen müssen.
Wo kommt das Geld her?
Nicht einfacher als das!

Man braucht einen Kredit zur Abdeckung der Zinsen. Man muss der Bank Sicherheiten bieten.
Das können verschiedene Güter sein wie, Grund und Boden, Realitäten (Freddie Mac , Fanny May etc. wie die sich irren können!!, aus Absicht natürlich), Anlagen und immaterielle Güter hauptsächlich KnowHow, neue Produktideen, allg. Intelligenz.
Mit diesen Unterlagen geht die Bank zur EZB, nichts als ein geprüfter Zettel, die die gewünschte Geldmenge an die Bank überweist. Gedrucktes Geld ist vielfach heutzutage gar nicht mehr erforderlich.

Es zeigt sich nun schon der Pyramideneffekt. Die Geldmenge MUSS bei Bank- und oder EZB-Zinsen größer als Null immer steigen.
Geldscheine können auch nicht vernichtet werden, außer man verbrennt es, da beschädigte Scheine anstandslos ersetzt werden.
Die Geldmenge an sich kann nur verringert werden, wenn die EZB es teuer macht, d.h. die Zinsen hoch ansetzt, die im Markt von den Banken nicht erwirtschaftet werden können. Dann reagieren die Banken entsprechend. Im Moment, 3-2012, ist ja das Gegenteil der Fall, die EZB leiht Geld im Ausmaß von 500 e9 Euro her, um die Banken flüssig zu halten.
Persönlich nehme ich an, dass die EZB Rücksicht auf den US$ nimmt um den Kurswert Euro/US$ nicht zu belasten.

Die Gesamtschulden der Welt, schätze ich als Nichtfachmann, auf etwa 40000 e9 US$.
Aber vielleicht hilft mir ein Leser dabei.

Die Gläubiger sind wir ALLE, aber auch etliche Reiche. Siehe Lorenzkurve, Wiki.

Noch offen für mich ist die Frage wie Geld im Markt existieren kann, auf das die EZB keinen Zugriff mehr hat. Aber vielleicht hilft mir auch hier ein Leser dabei.

Übrigens, wird ein Kredit nicht zurückgezahlt, weil der Schuldner dies nicht kann, so haftet natürlich die Bank bei der EZB dafür, was aber durch die „Bankenrettungspakete“ auf die arbeitenden Leute einer Volkswirtschaft abgewälzt wird, aber das Geld ist im Markt und verbleibt da. Wenn man geschickt, im Sinne von kriminell vorgeht, hat man dann Schwarzgeld zur Verfügung, das gewaschen werden kann. Möglicherweise ist das jenes Geld auf das die EZB keinen Zugriff mehr hat. Es wäre eine Erklärung!

Ändert sich der Wert der Sicherheiten nach unten, so hat die Bank nicht mehr die Möglichkeit, bei Schwierigkeiten im Markt, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. So kann sie in Konkurs gehen, wenn sie nicht „too big to fail ist“. Basel 2 und 3, sowie Eigenkapitalvorschriften entspannen diese Situation natürlich.

Es gibt auch die Möglichkeit alle Staatsschulden sofort zurückzuzahlen an die Gläubiger, indem die EZB das Geld druckt und alle Schuldscheine einsammelt und zerreisst. In der derzeitigen Situation führt das zur ca. doppelten Geldmenge im Markt und die Preise werden auf das Doppelte steigen.
Wenn man dies langsam macht, d. h. auf mehrere Jahre verteilt, so werden zwar alle jammern, aber es gibt keine Staatsschulden mehr.
Die Einkommen der Menschen im Wirtschaftsraum fallen dann, kaufkraftmäßig z.B. auf die Hälfte. Aber die EZB kann an der Zinsschraube drehen um die Geldmenge wieder zu reduzieren.
Aber es gibt ja auch die Möglichkeit alle Staasschulden auf kleiner 50% zu reduzieren.
Man kann sich viele Szenarien einfallen lassen. DIe USA drucken ja gerne US$’s.

Haben wir also ein Pyramidenspiel?
NEIN, es ist alles unter Kontrolle der EZB, wenn sie ihre Rolle wahrnimmt.
Die Politik würde sofort ein Pyramidenspiel daraus machen. Es gibt ja eine entsprechende Meinung eines bekannten Bankers über die Qualifikation von Politikern!

2 Gedanken zu „Finanzmarkt

  1. Pingback: Eurorettung | eRDe

  2. Pingback: Weltwirtschaftsforum und wachsende Ungleichheit | eRDe

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